Planungsaspekte
Ein Architekt kann bei der Planung die Strahlungstemperatur ganz
wesentlich beeinflussen:
- durch eine gute Aussenwanddämmung
- durch Isolierverglasung
- durch wärmedämmende Fussbodenkonstruktionen
- durch eine gute Wärmedämmung des Dachgeschosses
Für die Strahlung ist es natürlich am günstigsten, von
möglichst grossen Flächen eines Raumes zu wirken. Es liegt auf der
Hand, dass sich die Zimmerdecke - als grösste freie Fläche -
dafür am besten eignet.
Mit einem entsprechenden Heizungssystem, einer
Deckenstrahlungsheizung, kann der Architekt sehr zum Wohlbefinden der
Hausbewohner beitragen. Wärme oder Kälte von der Decke - beides
ist mit einer Deckenstrahlungsheizung möglich. Im Sommer wird die
Wärmeabstrahlung des Körpers zur gekühlten Decke als äusserst
angenehm empfunden.
Ein weiterer Aspekt: die Energieeinsparung. Die Erfahrung hat
gezeigt, dass man bei Räumen mit gekühlter Decke bei gleicher
Behaglichkeit von einer um 2 - 3 °C höheren Lufttemperatur
ausgehen kann als bei Räumen, die ausschliesslich mit Luft gekühlt
werden. Ausserdem werden hier die unangenehmen Zugerscheinungen
kalter Luft vermieden.
Umgekehrt gilt dieses Prinzip auch im Winter: In Räumen mit
einer Deckenheizung kann die Lufttemperatur bei gleicher
Behaglichkeit um 2 - 3 °C niedriger sein als in Räumen ohne dieses
Heizungssystem. Hier rechnet man durch die niedrigeren
Transmissionsverluste mit einer Energiekostensenkung um 15 - 20
Prozent.
Die Strahlungstemperatur
Im vorangegangenen Abschnitt über das Strahlungsklima wurde die
Strahlungstemperatur als einer der wichtigsten Faktoren des Begriffs
"Behaglichkeit" genannt. Im folgenden wird diese Grösse als "mittlere
Strahlungstemperatur" (MST) bezeichnet. Ganz
grob ausgedrückt ist die MST die mittlere Oberflächentemperatur der
umliegenden Flächen.
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Es gibt unterschiedliche Methoden zur
Berechnung der MST (Wir verweisen auf die entsprechende Literatur.)
Für Strahlungsdecken mit niedrigen Temperaturen, die in diesem
Handbuch beschrieben werden, gilt folgendes: Die MST ist die Summe
der Produkte der Begrenzungsoberflächen (Decke, Fussboden, Wände,
Fenster) mit den dazugehörigen Oberflächentemperaturen geteilt
durch die den gesamten Raum umgebenden Oberflächen.
Als Formel:
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Abb.: Formel Mittlere Strahlungstemperatur
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Im Räumen mit Strahlungsdecken liegen die
Innenoberflächentemperaturen der angestrahlten Flächen, wie z. B.
Aussenwände, Innenwände, Fenster und Fussböden, höher als in
gleichen Räumen mit Luftheizung.
Zahlreiche Untersuchungen mit Strahlungsdecken gaben wertvolle
Hinweise auf die tatsächlich auftretenden
Innenoberflächentemperaturen. Diese Temperaturen werden für
Aussen- und Innenwände, Fenster und Fussböden auf herkömmliche
Art und Weise berechnet. Die Ergebnisse dieser Berechnung können -
bei Einsatz einer Strahlungsdecke - um folgende Werte erhöht
werden:
- Aussenwände ca. 1 - 2 °C höher
- Innenwände ca. 1- 2 °C höher
- Isolierglasfenster ca. 0,5 °C höher
- Fussböden ca. 2 - 3 °C höher
Diese Werte sollten als Näherungswerte dienen. Sie werden als
Hilfsmittel zur schnellen Handberechnung der MST in einem Raum mit
Deckenstrahlungsheizung empfohlen.
Damit können auch Schlussfolgerungen auf die Behaglichkeit
gezogen werden. Es wird deutlich, welchen Einfluss z. B. ein grosses
Fenster oder ein kalter, d. h. schlecht gedämmter, Fussboden hat. Ausserdem
kann schnell bestimmt werden, wie die
Strahlungstemperatur eines Raumes durch besondere Massnahmen der Wärmedämmung
verbessert werden kann.
Heizsysteme, die auf dem Prinzip der Wärmestrahlung beruhen,
tragen besonders Zur Verbesserung der MST und zu einer als besonders
behaglich empfundenen Wärme bei.
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