Untersuchung
Am Institut für Klimatechnik der Fachhochschule Giessen/Friedberg
wurde von Prof. Dr.-lng. B. Gräff eine Untersuchung über
Kühldecken von FRENGER SYSTEMEN BV durchgeführt. Die wesentlichen
Ergebnisse dieser Untersuchung sind hier dargestellt.
In einem Modellraum im Massstab 1 :1 wurden folgende Versuche
durchgeführt:
- Untersuchung des Raumklimas ohne Zwangslüftung
- Untersuchung des Raumklimas mit Zwangslüftung
- Untersuchung des Raumklimas bei Laständerung (mit
Luftaustausch)
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Abb. 8.2: Modellraum
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Abb. 8.3: Kühlregisteraufteilung
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Bewertungsgrundlagen
Als Beurteilungsgrundlage für thermische Behaglichkeit dient die
DIN 1946Teil 2 Ausgabe Januar 1983 und dto. als Entwurf August 1991
mit viel strengeren Anforderungen. Ausserdem sind die
Leistungsmessungen nach FGK-Vorschrift für wärmetechnische
Messungen an Kühldeckenelementen durchgeführt worden.
Durchführung der Messung
Die Messungen wurden anhand realistischer Planungen für einen
deutschen Grosskunden vorgenommen. Folgende Werte wurden
eingestellt: Volumenstrom Zuluft, Zulufttemperatur Raumluft-,
Hallentemperatur (Sommer) Oberflächentemperatur Fenster (Sommer)
Vorlauftemperatur Kühldecke Rücklauftemperatur Kühldecke
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Volumenstrom Zuluft |
67 m3/h pro Auslass |
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Zulufttemperatur |
19°C |
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Raumluft-, Hallentemperatur (Sommer) |
26°C |
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Oberflächentemperatur Fenster (Sommer) |
28°C |
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Vorlauftemperatur Kühldecke |
17°C |
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Rücklauftemperatur Kühldecke |
19°C |
Ergebnisse
1. Untersuchung des Raumklimas ohne Zwangslüftung
Bei einer Vorlauftemperatur von 17 °C, einer Rücklauftemperatur
von 19 °C, also einer konstanten Temperaturspreizung von 2 K und
einer Raumlufttemperatur von 26 °C, ergab sich eine Gesamtleistung
der Kühldecke von 62 W/m2, bezogen auf den aktiven Teil der Decke.
Den Entwurf DIN 1946,T 2 vom August'92 lässt nur Temperaturgradienten
(Temperaturänderungen je m Raumhöhe) _ 2 K
zu. Als Maximalwert wurde bei den Untersuchungen ein Gradient von
0,4 K/m festgestellt, der demzufolge weit unterhalb der zulässigen
Grenze liegt.
Im Hinblick auf Zugerscheinungen gibt es bei diesem System keine
Bedenken, da die Luftgeschwindigkeiten bei 26 °C Raumlufttemperatur
mit maximal 16 cm/s unterhalb der Grenzwerte von 27cm/s (DIN
1946Teil 2,Ausgabe 1983) und 20 cm/s (Entwurf 1991) liegen.
2. Untersuchung des Raumklimas mit Zwangslüftung
Hier wurde zusätzlich ein Zuluftmassenstrom mit Untertemperatur
(19 °C) eingebracht und trägt einen Teil der Energielast.
Die Leistung der aktiven Kühldecke beträgt 61 W/m2, die
Lastabfuhr der Luft beträgt 22 W/m2.
Die Auswertung nach DIN 1946,T2 in Bezug auf
Luftgeschwindigkeiten und Temperaturgradienten ergab, dass die
gemessenen Maximalwerte von 17 cm/s bzw. 0,2 K unterhalb der
Grenzwerte liegen.
3. Untersuchung des Raumklimas bei Laständerung (mit
Luftaustausch)
Mit Hilfe von Lasten wurde der Versuchsraum auf 27,8 °C
aufgeheizt, ohne ihn zu klimatisieren.
Durch plötzliches Einschalten der Kühldecke bei konstanter
Vorlauftemperatur von 17 °C und einem Massenstrom von 120 kg/h je
Achse wurde der Raum gekühlt und innerhalb einer halben Stunde
schon auf 25,4°C Raumlufttemperatur gebracht. Nach einer weiteren
Stunde fiel die Lufttemperatur auf 24,5 °C. Der Messraum wurde
insgesamt 2 Stunden nach Einschalten der Kühldecke vollständig
stationär (d. h. die Temperatur blieb dann konstant) und betrug
24°C.
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Abb. 8.4: "Einfahren"
der Kühldecke
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Richtlinien für die Berechnung
Während des Sommerbetriebs wird die Abstrahlung der
Körperoberfläche zur Kühldecke- bei richtig gewählter
Lufttemperatur- als sehr angenehm empfunden. Zahlreiche Tests in
Laboratorien haben gezeigt, dass die Lufttemperatur in Räumen mit
gekühlten Decken bei gleichbleibendem
Behaglichkeitsgefühl ca.2 °C höher gestellt werden kann als in
Räumen, die nur mit Luft gekühlt werden.
Beträgt zum Beispiel bei einer konventionellen Klimaanlage die
vorgesehene Lufttemperatur im Sommer 24°C, dann kann diese bei einer
kombinierten Heiz- und Kühldecke von FRENGER SYSTEMEN BV auf 26
°C gestellt werden.
Es ist einleuchtend, dass dieser Temperaturunterschied von 2 °C
eine niedrigere Kühllast und damit eine wesentliche Energieeinsparung
zur Folge hat.
Umgekehrt gilt diese Argumentation auch für den Winterbetrieb. Man
kann hier anstelle einer vorgesehenen Temperatur von z. B.22 °C die
Anlage mit 20 °C betreiben. Auch hier macht sich die
Energieeinsparung bemerkbar.
Um zu verhindern, dass es zur Kondensation auf den Registerrohren
kommt oder dass induzierte Luft durch den Kontakt mit der Decke
kondensiert, darf die Temperatur
des Kühlwassers nicht unter dem Taupunkt der Einblasluft liegen.
Die Wahl der mittleren Temperatur des Kühlwassers hängt also vom
Taupunkt der Einblasluft ab.
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Abb. 8.5: Kühlwasser- und Raumlufttemperaturen
in Abhängigkeit von der Luftfeuchte
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Wie aus Abbildung 8.5 zu ersehen ist, liegt die untere Grenze der
Kühlwassertemperatur bei 12 bis 13 °C. Die Regulierung der relativen
Feuchtigkeit kann dadurch erfolgen, dass die Taupunkttemperatur der
Zuluft als abhängig von der Aussentemperatur betrachtet wird. Die
Raumtemperatur wird ausschliesslich durch die Veränderung der Wassertemperatur
in den Rohrregistern der Kühldecke reguliert.
Es sollte stets angestrebt werden, den grösstmöglichen Teil der
Kühllast mit der Kühldecke aufzufangen, das heisst, dass - wenn
möglich - das Maximum an wasserführenden Rohren eingestellt wird: a)
bei der Kassettenkühldecke ein Rohrabstand von 600 mm bzw.300 mm +
evtl. Zusatzrohre b) bei der Kühlbanddecke ein Rohrabstand von 200 mm
c) bei der Langfeldkassetten-Kühldecke ein Rohrabstand von 200 mm +
evtl. Zusatzrohre
Ausgehend von einer maximalen Wassertemperatur von 90/70 °C für
Winterbedingungen bedeutet dies, dass die wirksame Deckenfläche, die
die Wärmeverluste des Raumes im Winterbetrieb decken soll, im
allgemeinen grösser sein wird als nötig. Hierdurch kann im Winter
die maximale Wassertemperatur zum Beispiel auf 60 °C,50 °C oder
weniger gesenkt werden.
Die hiermit zusammenhängende niedrigere mittlere
Oberflächentemperatur der Decke hat insbesondere in Büroräumen
einen günstigen Effekt und spart zusätzlich Energie.
Die Kühlkapazität des Kühlsystems ist die Summe der
Kühlkapazitäten der Decke und der Zuluft:
QFC QDC + QLC
QFC = Kühlkapazität des Kühlsystems in W/m2
QDC= Kühlkapazität der Decke in W/m2
QLC = Kühlkapazität der Zuluft in W/m2
Die Kühlleistung unserer Deckensysteme sind abhängig von:
- der Menge der Einblasluft (Von in m3/m2)
- der Lufttemperatur im Raum (tRo in °C)
- der mittleren Kühlwassertemperatur in den Registerrohren (tw in
°C)
Die Kühldecke nimmt darüber hinaus noch die folgenden mittleren
Beträge der Kühllast auf, ohne die Raumtemperatur (tRo) und die
mittlere Oberflächentemperatur der Decke (tm) zu beeinflussen:
- 13 % der direkt durch das Glas einfallenden Sonnenstrahlen (QR)
- 25 % der fühlbaren Wärmeabgabe von Personen (Q5)
- 16 - 20 % der installierten elektrischen Beleuchtungswärme (QV)
(Dies gilt nur, wenn ein metallischer Kontakt zwischen den
Registerrohren und Beleuchtungskörpern besteht!)
- 100 % der über die Tragdecke oder das Dach einfallenden
Wärmemenge (QA)
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